Zwei Wochen nach dem ärgerlichen 2:3-Patzer gegen Zittau, der zum Teil auf einem temporären Personalnotstand beruhte, konnten die Bautzener MSV-Frauen zum Heimspieltag mit voller Kapelle antreten.

Verstärkt um die beiden Nachwuchsspielerinnen Saskia Rudolph und Luisa Schubert, die sich auf den Außenpositionen zu Leistungsträgern entwickelt haben, ging es gegen SV Marienstern Panschwitz-Kuckau und JTVG Coblenz.

Beide Mannschaften haben den Bautzenerinnen in der Vergangenheit das Leben schwer gemacht, insbesondere Panschwitz-Kuckau, die nach 3 Niederlagen in Folge so etwas wie ein Angstgegner geworden waren. Und immerhin kam Panschwitz-Kuckau als Tabellenzweiter nach Bautzen. Um es vorweg zu nehmen: die Mariensterne waren diesmal alles andere als ein Angstgegner.

Von Anfang an konnten sie der Entschlossenheit der Bautzenerinnen nichts entgegensetzen. Am Beginn des 1. Satzes gelangen Panschwitz-Kuckau noch ein paar Überraschungspunkte, dann aber kam Bautzen ins Spiel und zog unaufhaltsam davon. Von den legendären Abwehrschlachten, die die Mariensterne den MSV-Frauen geliefert hatten und diese zur Verzweiflung brachten, war diesmal nichts zu sehen. Beim 25:17 waren sie klar unterlegen. Auch in den beiden anderen Sätzen dominierte Bautzen deutlich und konnte dabei noch den gesamten Kader durchwechseln. Mit dem 3:0-Sieg (17;15;18) haben die Bautzenerinnen den „Bann" wohl gebrochen.

Das zweite Spiel gegen JVTG Coblenz kann man getrost als Derby bezeichnen, da Coblenz eigentlich die andere Bautzener Mannschaft in der Liga ist. Für die Coblenzerinnen ist es natürlich immer von besonderem Reiz, den „großen" MSV zu ärgern, was ihnen im Vorjahr auch einmal gelungen ist.

Der MSV war also gewarnt und startete entsprechend wie die Feuerwehr ins Spiel. Der 1. Satz war wohl der beste, der in der bisherigen Saison gelang. Bautzen spielte wie aus einem Guss und Coblenz war komplett überfordert von der Angriffswucht, die ihnen entgegenschlug. Der 25:14-Satzerfolg war Ausdruck der Überlegenheit.

So hätte es können weitergehen, das wäre zu schön gewesen. Denn Coblenz ist nicht so schwach wie im 1. Satz und Bautzen kann so ein Niveau noch nicht über die ganze Spieldistanz halten. Also schlichen sich immer mehr Annahmefehler in das Bautzener Spiel,der Angriff schwächelte und Coblenz witterte seine Chance. Die MSV-Frauen gerieten bald in Rückstand und konnten diesen im weiteren Verlauf nicht mehr aufholen, obwohl es gegen Ende des Satzes wieder besser lief. Also hieß es dann 25:19 für Coblenz und Satzausgleich.

Nun nahmen sich die Coblenzerinnen eine Auszeit und die MSV-Frauen nutzten das ihrerseits, um mit einer wieder gefestigten Annahme und druckvollen Angriffen den Gegner auf Distanz zu halten. Der Satz ging mit 25:20 an Bautzen.

Kann Bautzen den Schwung mitnehmen in den 4. Satz oder kann Coblenz nochmal kontern, war die Frage. Die MSV-Frauen dominierten den Anfang des Satzes, aber Coblenz ließ nicht locker. Immer wieder nutzten sie kleine Schwächen im Bautzener Spiel, um heranzukommen. Jedoch setzte sich am Ende doch die größere Angriffspower der Bautzenerinnen durch, die mit einem 5-Punkte-Vorsprung lediglich noch eine Ergebniskosmetik der Coblenzerinnen zuließen und mit 3:1 (14;-19;20;22) auch das zweite Spiel gewannen.

Damit rangiert der MSV einstweilen auf Platz 2 der Tabelle und kann mit einer ähnlich guten Leistung diesen Platz nächste Woche in Hoyerswerda festigen.

Für Bautzen spielten:

M.-L- Gehlauf, S. Jais, L. Pasieka, M. Preußger, D. Probst, A. Rieger (Kapitän), L. Scheunig, J. Spee, L. Schubert, S. Rudolph, M. Jäckel und N. Weickert.